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Wohlbefinden in Gebäuden

BenG-Mitglied Matthias Kleinhenz
von BenG-Mitglied Matthias Kleinhenz,
wir leben haus GmbH + Co. KG

Gesundheit ganzheitlich denken

Wir setzen uns dafür ein, dass Gebäude nicht nur energieeffizient und nachhaltig sind, sondern aktiv zum Wohlbefinden der Menschen beitragen. Denn Bauen bedeutet mehr als Technik und Konstruktion – es bedeutet, Lebensräume zu schaffen, die Gesundheit erhalten, manchmal sogar fördern, Lebensqualität steigern und langfristig funktionieren.

Wohlbefinden in Gebäuden: Gesundheit ganzheitlich denken
Foto: Pexels/pixabay.com

Ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes ist die Wohngesundheit. Wir verstehen sie als fundamentalen Baustein jeder Planung. Deshalb sollten wir Gebäude konsequent „von innen nach außen“ denken – mit dem Menschen und seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Räume sollen nicht nur funktionieren, sondern sich gut anfühlen, regenerierend wirken und den Alltag positiv beeinflussen.

Warum ist gesundes Bauen und Wohnen so wichtig?

Gesundes Bauen ist eine Investition in die Zukunft – sowohl in die eigene Gesundheit als auch in die Qualität unserer gebauten Umwelt.

Wir verbringen heute rund 80–90 % unserer Lebenszeit in Innenräumen. Umso entscheidender ist es, dass diese Räume unsere Gesundheit unterstützen und nicht belasten. Wohngesundheit trägt dazu bei, körperliche Beschwerden zu vermeiden, das Immunsystem zu stärken und die mentale Leistungsfähigkeit zu fördern.

Ein gesund geplantes Gebäude:

  • schützt und erhält die Gesundheit seiner Nutzer
  • steigert das tägliche Wohlbefinden und die Lebensfreude
  • sorgt für saubere, sauerstoffreiche Luft
  • verbessert Konzentration, Schlaf und Regeneration
  • wirkt sich positiv auf Umwelt und Ressourcenverbrauch aus
  • schafft Vertrauen durch hohe Qualität und Transparenz

Für uns ist Wohngesundheit keine Zusatzleistung, sondern eine Selbstverständlichkeit – und ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Bauqualität.

Die drei zentralen Einflussfaktoren

Wohngesundheit entsteht immer im Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Deshalb betrachten wir jedes Bauvorhaben ganzheitlich:

Der Mensch

Der Mensch steht im Mittelpunkt jeder Planung. Individuelle Anforderungen wie Allergien, Unverträglichkeiten oder chronische Erkrankungen müssen ebenso berücksichtigt werden wie persönliche Wünsche und Lebensgewohnheiten. Ziel ist es, Räume zu schaffen, die exakt zu den Bedürfnissen der Nutzer passen – heute und in Zukunft.

Das Umfeld

Ein Gebäude kann nur so gesund sein wie sein Standort.

Direktes Umfeld:
Die Lage des Baugrundstücks beeinflusst zahlreiche Faktoren: Bodenbeschaffenheit, mögliche Altlasten, Grundwasserverhältnisse, Sonnenausrichtung, Verschattung sowie die unmittelbare Nachbarbebauung. Auch weniger offensichtliche Einflüsse wie geopathologische Störfelder können eine Rolle spielen.

Entferntes Umfeld:
Darüber hinaus wirken äußere Einflüsse wie Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Fluglärm oder technische Anlagen wie Sendemasten und Windkraftanlagen auf das Gebäude ein. Diese Faktoren müssen frühzeitig erkannt und in der Planung berücksichtigt werden.

Das Gebäude

Das Gebäude selbst ist der entscheidende Hebel für Wohngesundheit. Neben der Frage, ob es sich um einen Neubau oder Bestand handelt, spielen vor allem die Materialwahl, die Konstruktion und die Qualität der Ausführung eine zentrale Rolle. Ein konsequentes Qualitätsmanagement stellt sicher, dass die geplanten Standards auch tatsächlich umgesetzt werden.

Schadstoffarme Innenräume und gesunde Luft

Die Innenraumluft ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren für das Wohlbefinden. Schadstoffarme Räume sind daher ein zentrales Ziel wohngesunder Planung.

Durch den Einsatz emissionsarmer Materialien – wie lösemittelfreier Farben, natürlicher Bodenbeläge oder schadstoffgeprüfter Möbel – lassen sich gesundheitliche Belastungen deutlich reduzieren. Gleichzeitig sollten Schadstoffe wie Formaldehyd, PCB oder flüchtige organische Verbindungen (VOCs) konsequent vermieden werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kontrolle natürlicher Belastungen, etwa durch Radon in bestimmten Regionen.

Moderne Lüftungskonzepte – insbesondere Komfortlüftungen mit Wärmerückgewinnung – tragen dazu bei, dauerhaft eine hohe Luftqualität sicherzustellen. Sie sorgen für kontinuierlichen Luftaustausch, ohne Energieverluste zu verursachen, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Wohngesundheit und Energieeffizienz.

Problemfeld „schlechte Luft“

Schlechte Luftqualität wird häufig unterschätzt, hat jedoch direkte Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Konzentrationsprobleme sind oft die Folge unzureichender Belüftung oder erhöhter Schadstoffbelastung.

Neben Emissionen aus Materialien, Möbeln oder Alltagsprodukten spielt insbesondere der CO₂-Gehalt eine wichtige Rolle. Da ein Erwachsener pro Stunde etwa 20 Liter CO₂ ausatmet, kann die Luftqualität in Innenräumen ohne ausreichenden Luftwechsel schnell abnehmen.

Ein entscheidender Faktor ist dabei auch das Verhalten im Alltag. Der Einsatz technischer Geräte, dauerhafte Bildschirmnutzung, Ladegeräte, WLAN-Router oder andere elektrische Anwendungen beeinflussen sowohl die Luftqualität indirekt (z. B. durch Wärmeentwicklung) als auch das persönliche Wohlbefinden. Ein bewusster Umgang mit Technik – insbesondere in sensiblen Bereichen wie Schlaf- und Ruheräumen – kann daher einen wichtigen Beitrag leisten.

Richtiges Lüften und Heizen spielt dabei eine zentrale Rolle:

  • regelmäßige Stoß- und Querlüftung statt dauerhafter Kipplüftung
  • Einsatz von Hygrometern zur Kontrolle von Luftfeuchte
  • ausreichende Beheizung aller Räume (nicht unter 16 °C)
  • Vermeidung von Feuchtestau durch Möblierung
  • bewusster Umgang mit zusätzlichen Feuchtequellen

Viele Aufgaben des richtigen Lüftens und Heizens werden durch kontrollierte Wohnungslüftung automatisch erledigt. BenG empfiehlt deshalb ganz grundsätzlich kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung, auch weil dadurch Lüftungswärmeverluste minimiert und somit Heizkosten gespart werden.

Schadstoffgeprüfte Materialien – die Basis der Wohngesundheit

Die Auswahl der richtigen Materialien ist entscheidend für ein gesundes Zuhause. Baustoffe und Einrichtungsgegenstände begleiten die Bewohner über viele Jahre – ihre Qualität wirkt sich unmittelbar auf die Raumluft und damit auf die Gesundheit aus.

Zertifizierungen wie das eco-INSTITUT-Label bieten hier eine wichtige Orientierung. Sie stellen sicher, dass:

  • Emissionen von Schadstoffen streng begrenzt sind
  • gesundheitsschädliche Substanzen vermieden werden
  • Grenzwerte für kritische Inhaltsstoffe eingehalten werden
  • Materialien frei von problematischen Zusatzstoffen sind

Wir empfehlen hochwertige, umweltverträgliche Materialien, die nicht nur heutigen Anforderungen entsprechen, sondern auch langfristig zur Wohngesundheit beitragen.

Gleichzeitig zeigt sich hier auch ein wirtschaftlicher Vorteil: Hochwertige, mit vernünftiger Deklaration hergestellte Produkte und Materialien verursachen in der Regel geringere Folgekosten – etwa durch weniger Sanierungsbedarf, geringere Schadensrisiken und eine insgesamt höhere Beständigkeit.

Gesunder Schlaf – Regeneration beginnt im Raum

Ein besonders sensibler Bereich der Wohngesundheit ist der Schlaf. Die Qualität der Schlafumgebung hat direkten Einfluss auf Regeneration, Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit.

Eine baubiologisch optimierte Schlafumgebung berücksichtigt zahlreiche Faktoren:

  • emissionsarme Materialien für Möbel, Böden und Textilien
  • ein ausgewogenes Raumklima mit optimaler Temperatur und Luftfeuchte
  • gute Luftqualität durch ausreichenden Luftaustausch
  • Schutz vor Lärm und störenden Lichtquellen
  • Reduktion elektromagnetischer Einflüsse
  • eine durchdachte räumliche Gestaltung

Gerade im Schlafzimmer wird deutlich, wie stark Technik und Alltag unser Wohlbefinden beeinflussen können. Die bewusste Reduktion technischer Störquellen und eine klare Fokussierung auf Ruhe und Regeneration tragen maßgeblich zu erholsamem Schlaf bei.

Fazit: Wohngesundheit als Schlüssel nachhaltigen Bauens

Wohngesundheit, Wohlbefinden und Nachhaltigkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Ein Gebäude, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, ist automatisch langlebiger, wertbeständiger und ressourcenschonender.

Ein gesund geplantes und gebautes Zuhause überzeugt nicht nur durch seine unmittelbare Wirkung auf das Wohlbefinden, sondern auch durch langfristige Vorteile: geringere Folgekosten, eine höhere Nutzungsqualität und eine nachhaltige Wertstabilität der Immobilie.

Unsere Überzeugung: Langlebige, gesunde Gebäude vermeiden Ressourcenverschwendung, da sie weniger häufig saniert, angepasst oder ersetzt werden müssen.

Deshalb planen und realisieren unsere Mitglieder Gebäude mit einem klaren Anspruch: Räume zu schaffen, die nicht nur effizient und nachhaltig sind, sondern aktiv zur Gesundheit ihrer Bewohner beitragen.

Denn am Ende geht es nicht nur darum, wie wir bauen – sondern darum, wie wir darin leben!